Gasthaus zur Stadt Paris

Lenaugasse 1, 1080 Vienna, Österreich Wegbeschreibung für diesen Spot
Lenaugasse 1
1080 Wien
Österreich
+43 1 4051467Geöffnet

2 Bewertungen für Gasthaus zur Stadt Paris

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  • corrrazzzoncito
    • 21
    • 3
    • 07. Jun 2012

    Lange Zeit war das Gasthaus zur Stadt Paris geschlossen, da ich die Josefstädterstraße in letzter Zeit eher selten befahre, habe ich gar nicht mitbekommen, daß es seit 2009 schon wieder eröffnet hat.
    Das Lokal ist ein Muß für Retrofans und Fans der Wiener Wirtshauskultur.
    Wohltuend schlicht das Interieur - alte Holztäfelung, Holztische, Holzbudel. Die Deko kann ebenfalls mit einigen Gustostückerln aufwarten: ein riesiger, alter schwarzer Spiegel, den Morticia Addams sicher auch gerne in ihrem Boudoir gehabt hätte und über der Budel alte Reklameschilder mit edler Goldschrift.
    Seinen Part zur Gemütlichkeit steuert auch der Holzfußboden bei und hinter der Budel ein Fliesenboden.
    Dafür paßt wie die Faust aufs Aug ein schiaches, hinniges oides Kastel, das als Parkplatz für Aschenbecher dient. Weg damit! Dieses Trumm hat da aber wirklich nichts verloren.
    Freundlicher gestimmt ist man dann, wenn man der alten Telefonkabine ansichtig wird - welche laut Aufschrift liebevoll "Fernsprecher" genannt wird - ein Wort, das wahrscheinlich nur noch der Ü-30 Generation bekannt sein dürfte.
    Für geschlossene Gesellschaften gibt es auch ein Heimito-von-Dodererstüberl. Vielleicht hat ja Doderer hier seinerzeit gern geschmaust und hat sich zu seinem Meisterwerk "Die Merowinger inspirieren lassen".
    Positiv anzumerken ist auch noch das freundliche, professionelle Personal und die dezente, angenehme Musik im Hintergrund. Ö3 im Hintergrund kann einem schon mal die Laune verderben.
    Was mich leider nicht überzeugt hat, ist das Bier. Gut, jeder hat so seine Lieblingssorten. Und das Hubertusbräu gehört leider nicht dazu. Zwar sehr süffig, da fast keine Kohlensäure, aber schmeckt schon beim ersten Schluck ein wenig schal und dünn (so wie normalerweise erst das Maurerlackerl) - gegen die übermächtige Konkurrenz aus der Steiermark und aus Tschechien kommt das Hubertusbräu einfach nicht an. Aber Gusto und Watschen sind verschieden.
    Das Publikum ist eher fad - Bürohengste aus dem Landl wahrscheinlich und ein paar Kartenspieler, darunter der zwider dreinblickende Wirt, der original aussieht wie Gargamel von den Schlümpfen, nur mit einer ordentlichen Gösser, äh-Hubertusbräumuskel versehen.